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"Ruhe in Frieden" - eher selten
(update: 3.8.09)
(Ruhe
in Frieden (lateinisch: Requiescat in pace; englisch: Rest in peace - Abkürzung R.I.P.) ist eine häufig verwendete
Grabinschrift, Brauch)
Foto: Zentralfriedhof Wien
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Nachdem Michael Jackson
am 25. Juni 2009 gestorben ist, gibt es viele prominente Menschen, die
Ihre Trauer der Öffentlichkeit mitteilen und Ihre Worte oft
mit dem
Satz: "Möge
er in Frieden ruhen" beenden.
Dies habe ich zum Anlass genommen, ein wenig Aufklärung zu
betreiben.
Die Aussage: "Ruhe in Frieden"
ist verwirrend; gläubige Christen verwenden diesen Spruch oft
als
Grabinschrift, der zurück auf den Psalm in der Bibel:
„in pace in
idipsum dormiam et requiescam“ geht.
Für gläubige Christen geht
der Geist des Verschiedenen aus dem Körper in den "Himmel" zum
ewigen
Leben (im schlimmsten Fall in die Hölle). Und im Himmel oder
sonst wo
ruht der Geist doch nicht ohne weiteres in Frieden?
Er könnte es
wohl, wenn er nach östlicher Spiritualität in "Gott",
im Nirvana oder
in der "Leere" ruht, dass durch spirituelle Übungen zeitlebens
angestrebt wird, aber ein Geist der auf Erden weilte und sehr
unruhig/ruhelos im Körper lebte, wird kaum die Ruhe erfahren
oder
halten können. Er kann genausogut weitere Entwicklungsschritte
in den
jenseitigen Welten/"Himmeln" unternehmen, da ruht er nicht. Folglich
könnte sich diese Aussage auch auf den Körper des
Verstorbenen beziehen.
Und
da kann ein Gläubiger oder Atheist meinen und denken was er
will, ein
Körper ruht nicht in Frieden oder Unfrieden unter der Erde.
Spätestens
wenn der Sarg verfault, wird es dem toten Körper
ähnlich ergehen und
alles wird wieder ein Teil der Erde (was auch sinnvoll ist).
Atheisten,
die diesen Spruch ohne Nachzudenken anwenden, müssten doch
noch
irgendetwas anderes vermuten, wenn man einem Toten Ruhe und Frieden
wünscht, vielleicht doch eine überdauernde
Substanz/Geist?
Sonst macht der "fromme Satz": Ruhe in Frieden
gar keinen Sinn. Lediglich im Zusammenhang mit Grabschändern,
die die
Gräber in Frieden lassen sollten. Doch das ist hier wohl kaum
gemeint.
Aber dann bleibt nur eine Schlussfolgerung:
"Die
Form eines Gedankens ist vergänglich, wird aber
immerwährend als
vergängliche Formen des Gedankens wiederholt. Folglich ist
Ruhe die
Grundlage des spirituellen Universums; (spirit. Universum = jenseits
von Raum, Zeit und somit Vergänglichkeit, Anm. der Red.)
der ausgewogene Zustand des Einen magnetischen Lichts Gottes. Und
nachdem sich das so verhält, sollte der Mensch dessen wohl
gewahr sein,
dass ausbalancierte Statik, oder ausgeglichene Reglosigkeit den
positiven Grundsatz der Stabilität und Einheit darstellt."
(Paul Twitschell
- Der Zahn des Tigers)
Und diesen Zustand zu erreichen ist in der dualen Welt
ein Ausbalancieren, wie Buddha meinte, eine Gradwanderung, die zu
innerer Ruhe führt, das widerrum kaum auf Anhieb gelingt -
Ruhe in Frieden
- eher selten.

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